DIE LAST DER SCHATTEN

SYNOPSIS

«Ich war nicht auf dem Gipfel des K2, wie ich es vor ein paar Tagen fälschlicherweise bekannt gegeben habe.» Das Eingeständnis des österreichischen «Skyrunners» Christian Stangl erschütterte Ende des Sommers 2010 die internationale Bergsteigerszene.Betrug und Täuschung, Fake News und Post Truth: Wer meint, die Welt des Alpinismus sei diesbezüglich ein unbefleckter Ort, der irrt. Schon viele Male sind in der Öffentlichkeit Zweifel aufgekommen, ob Bergsteiger hinsichtlich einer sportlichen Leistung gelogen oder zumindest nicht die ganze Wahrheit gesagt haben. Das neue Buch des renommierten Tessiner Journalisten und Bergführers Mario Casella nähert sich diesem vielschichtigen Thema packend und mit psychologischem Feingefühl an. Christian Stangl, Walter Bonatti, Maurice Herzog, Tomo Cesen, Reinhold Messner … Die Liste der Alpinisten, die zu irgendeinem Zeitpunkt ihrer Karriere der Lüge bezichtigt wurden oder wie im Falle Stangls eine Lüge eingestanden, ist illuster. Teilweise blieben die Anschuldigungen und Vorwürfe jahrzehntelang virulent, und in vielen Fällen konnte niemals zweifelsfrei nachgewiesen werden, ob die Alpinisten gelogen hatten oder nicht. Aber Casella geht es nicht um das Aufdecken der Wahrheit. Er fragt vielmehr, welche Motivationen dem Abweichen von der Wahrheit im einzelnen Fall zugrunde lagen, und beschreibt die Mechanismen und Prozesse im Umgang mit der (tatsächlichen oder unterstellten) Lüge in Öffentlichkeit und Medien. Auch die Bezüge zu anderen Schattenseiten des Hochleistungssports (Erfolgsdruck, Doping und Drogensucht, Depression und Burnout) werden transparent gemacht – spannend und hochaktuell.

Ab Mitte Dezember 2018 in jeder Buchhandlung erhältlich!

BUCHREZENSIONEN

Radio SRF2 Kultur – Bericht über “Die Last der Schatten”

Fake News im Alpinismus – Wenn Bergsteiger nicht die Wahrheit sagen – Kultur – SRF

Buchbesprechung BERGFIEBER.DE

Wenn man sich an solch heikle Themen wagt, dann muss man dass mit möglichst viel Objektivität und psychologischem Geschick tun. Dies gelingt Casella sehr gut, wobei es nicht darum geht, über richtig oder falsch, über Wahrheit und Lüge zu richten. Das Buch ist vielmehr ein Blick in die Irrgärten menschlicher Psychen: warum setzt man eine Lüge in die Welt? Wieso täuscht man einen Gipfelsieg vor, den es nie gab? Wie reagiert der Lügner, wenn er kritische Fragen gestellt bekommt, so wie es z.B. Liz Hawley konnte und so so manche Falschbehauptung frühzeitig entlarvte? So macht das Buch sensibel für dieses heikle Thema, welches ja nicht nur im Bergsport für regelmäßige Diskussionen sorgt.

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